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Frühwarnsystem vor AnastomosenVersagen durch Organische Resorbierbare Sensorik
An der Universitätsmedizin Rostock entwickelt die Arbeitsgruppe Technologie und Innovationen in der Chirurgie eine neuartige, intraanastomosär platzierbare und vollständig resorbierbare Sensorfolie zur Überwachung chirurgischer Darmverbindungen (Anastomosen). Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der Technische Universität Dresden, mit der Arbeitsgruppe von Professor Karl Leo am Institut für Angewandte Physik (IAPP), durchgeführt.
Bis heute sind Anastomoseninsuffizienzen eine häufige und schwerwiegende Komplikation in der Viszeralchirurgie. Diese frühzeitig zu erkennen und damit mögliche Komplikationen abzuwenden ist das Ziel dieses Projekts.
In einem ersten Abschnitt konnte gezeigt werden, dass die Implantation der PDO-Membran die Anastomosenheilung nicht negativ beeinflusst. Weder Berstungsdruck noch makro- und mikroskopische Heilungsparameter oder Adhäsionsbildung unterschieden sich signifikant von denen der Kontrollanastomosen.


Das Sensorsystem basiert auf der getesteten PDO-Membran mit siebgedruckten Metallelektroden. Nach umfangreichen Material- und Stabilitätsuntersuchungen wurde die Sensormembran erfolgreich im Schweinemodell getestet. Dabei konnten kontinuierliche Bioimpedanzmessungen im Bereich der Anastomose durchgeführt werden. Nach experimentell induzierter Ischämie zeigten die Messungen reproduzierbare charakteristische Impedanzveränderungen, die bereits wenige Minuten nach Gefäßverschluss auftraten. Die Ergebnisse wurden zusätzlich mit einem hochpräzisen Labormesssystem bestätigt.
Perspektivisch soll das Sensorsystem um zusätzliche Biosensoren zur Messung biochemischer Marker erweitert werden. Ergänzend werden Organ-on-Chip-Modelle entwickelt, um die Sensorfunktion präklinisch zu testen und Tierversuche zu reduzieren. Langfristig könnte eine solche Sensortechnologie ein deutlich früheres therapeutisches Eingreifen ermöglichen.

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